DMSB-Umweltpreis für norddeutsche Öko-Audit-Vorreiter
05.12.2011
Drei kleine Vereine aus Norddeutschland machten in diesem Jahr gemeinsam das Rennen um den DMSB-Umweltpreis. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalten 2011 die schleswig-holsteinischen Vereine AC Nordfriesland, MSC Nordmark Kiel und MSF Idstedt. Sie stellten unter Beweis, dass auch kleinere und ehrenamtlich geführte Vereine Vorgaben der europäischen Umweltschutzziele erfolgreich umsetzen können und überzeugten damit den Umweltausschuss um den Vorsitzenden Dr. Karl-Friedrich Ziegahn.
Dass ausgerechnet der Motorsport eine Vorbildfunktion für viele andere Sportvereine übernimmt, hat die Jury natürlich besonders gefreut, sagte Laudator Dr. Karl-Friedrich Ziegahn, Vorsitzender des DMSB-Umweltausschusses. Ein vom ADAC Schleswig-Holstein vorgestelltes und den Vereinen empfohlenes Projekt war Ausgangsbasis. Mit der EMAS-Zertifizierung, dem Eco-Management and Audit Scheme, verschafften sich der AC Nordfriesland, der MSC Nordmark Kiel und die MSF Idstedt eine bescheinigte Anerkennung für ein Gemeinschaftssystem aus Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung. Das Öko-Audit ist eine Möglichkeit für Vereine, den Natur- und Umweltschutz im Vereinsbetrieb kontinuierlich zu verbessern. Der Inhalt ist vielfältig und reicht vom Abfallmanagement bis zur Geräuschkontrolle, vom Energieverbrauch bis zum Umgang mit wassergefährdeten Stoffen. Die Selbstverpflichtungen der im Kart, Autoslalom, Motocross- und Rallyesport tätigen Vereine werden veröffentlicht und überprüft. Dazu gehört Mut, lobte Dr. Ziegahn. Mut, der auch den DMSB-Umweltausschuss beeindruckte: Sie sind verantwortungsbewusst, glaubwürdig, innovativ und transparent. Sie tun mehr für den Umweltschutz als Sie müssten.
Stellvertretend für die drei norddeutschen Vereine nahm Holger Möller den Preis entgegen. Mit diesem Ausmaß hat keiner von uns gerechnet, sagte der Sportleiter des MSC Nordmark Kiel, der sich auch über eine andere Tatsache freute: Dass wir Nachfolger der Porsche AG geworden sind und in einer Reihe der Umweltpreisträger mit diesem Konzern stehen, ist schon etwas ganz besonderes. Möller verschweigt nicht, dass dem Öko-Audit Diskussionen vorausgingen, hinterfragt wurde, welche Vorteile die Zertifizierung bringe. Es ist so, dass wir heute von Behörden anders angesehen werden. Dem weit bereiteten Negativ-Image, das im Zusammenhang mit dem Motorsport oft einhergehe, habe man entgegengewirkt: Wir haben eine sehr positive Resonanz erhalten und hoffen, dass der Motorsport durch das Öko-Audit auch wieder eine andere Position einnehmen kann.